Freitag, 7. Februar 2014

Tag 15

Da freitags der einzige Tag der Woche ist, an welchem zwischen 18 und 20 Uhr Strom im Hause ist (Info angelehnt an per SMS zugesandten Stromausfallsstundenplan) und man an diesem Tage auch ohne die sonst genutzte Taschenlampe kochen sowie essen kann, beschlossen wir die seltene, abendliche Helligkeit der Küche zu nutzen und für unsere neue, liebgewonnene Familie zu kochen.
Nach 2 Wochen täglich intensivsten 'dahl bhat' Konsums (Reis mit Linsen und Gemüse variabler Sorte) nahmen wir uns vor, mal etwas Heimisches zuzubereiten. Leider bemerkten wir recht schnell, dass sich unsere deutschen Rezepte kaum mit den Bedingungen unsere hiesigen Küche vertrugen.Abwesenheit von Ofen und  Pfannen sowie familiäre Ablehnung von Fleisch, Fisch und Eiern schränkten unsere Rezeptauswahl stark ein. Daher entschieden wir uns für das, was immer geht: Nudeln mit Tomatensauce.

Zum Einkauf auf nach Bhaktapur war unser wichtigstes Ziel: Vor Einbruch der Dunkelheit zurück zu Hause zu sein. Eine Herausforderung, wenn man sich nach 3 Uhr mittags auf den Weg macht und sich auf den mündlich weitergegeben Busfahrplan: "Stell dich irgendwann irgendwo an die Straße und warte!" verlässt. Dank zweier Schulmaedchen, die uns für den Rückweg spontan zu sich in den privaten Schulbus einluden, konnten wir jedoch wohlbehalten (was eine neue Bedeutung erhält,  wenn man weiß, dass hier zur Zeit ein wilder Tiger unterwegs ist) zu Hause ankommen und bei elektrischem Licht (wir fühlten uns wie König persönlich) an die Arbeit machen.

Ohne Waschbecken, elektrischem Herd und denen uns sonst bekannten Küchenutensilien, aber mit viel Kreativität und fröhlich-belustigter Unterstützung unseres Gastvaters, konnten wir mit leichter Zeitverzögerung, die sonst schnell zubereitete Speise anfertigen.

Da in unserem Hause aus platztechnischen Gründen, zwei mal hintereinander gegessen wird (üblicherweise erst die Männer, dann die Frauen) und wir als Köchinnen die Verantwortung trugen, das Essen zu verteilen und für Nachschub zu sorgen,  sobald sich der Teller lehrt, hatten wir genügend Zeit die Gesichter der Essenden zu studieren. 
Erkenntnis des Abends: Nudeln sind eben kein Reis.



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