Dienstag, 4. Februar 2014

Tag 12

Nach mehreren Feiertagen sind wir nun langsam im Schulalltag angekommen. Die Lehrer haben uns sehr freundlich aufgenommen und interessieren sich für die Unterschiede zwischen deutscher und nepalesischer Kultur (besondere Aufregung kam bei der Erkenntnis auf, dass wir mit unseren 29 und 26 Jahren noch immer unverheiratet sind- Eine schier unfassbare Tragödie!) Auch von Seiten der Schüler werden wir freundlich begrüßt. Normale Reaktionen sind: große Augen und unkontrolliertes Kichern.

Bei meinen ausgewählten Kursen war ich mir zunächst unsicher, ob es sich tatsächlich um das Unterrichtsfach Englisch hielt. Die Sprache der Lehrer und Schüler schien eine mir unbekannte Geheimsprache dazustellen, die nur wenige mir bekannte  englische Wörter enthielt. Erst die Schulerbücher outeten das Unterrichtsfach als das mir besagte.
Zusätzlich wird das allgemeine sprachliche sowie akustische Verständnis von der Tatsache erschwert, dass Lehrer sowie Kinder normalerweise gleichzeitig sprechen ('aufzeigen' scheint von keiner dringenden Notwendigkeit). Dies trägt bei einem Kurs von über 40 Kindern zu einer Lautstärke bei, die aufgrund zumeist nicht verschließbarer Türen sowie Lautstärke der Nebenklasse schnell um das doppelte gesteigert werden kann.
In diesem Sinne ein für meine Ohren angenehmes Empfinden, dass einer meiner Kurse aus nur 6 Kindern besteht, da die teuren, allerdings mit einem besseren Ruf ausgestatteten Privatschulen den öffentlichen Schulen die Schüler nehmen.  Zusätzlich stellt es keine Seltenheit dar, dass 30-50 Prozent der Klasse gar nicht erst zum Schulunterricht erscheint,wodurch sich die Anzahl der Kinder im genannten Kurs auch auf 3 reduzieren kann. Als Begründung wurde mir folgendes aufgeführt: Besuch bei Tante bzw. Onkel in den Bergen, ein zu weiter Schulweg oder Arbeit im Haus bzw. auf dem Feld (zusätzlich vermute ich noch starke Müdigkeit am Morgen).
Die Abwesenheit der Schüler scheint jedoch von keinem größerem Interesse, da die Lehrer häufig mit der Unterrichtsimprovisation beschäftigt sind. Verständlich, wenn nur eine Tafel und ein Arbeitsbuch zur Verfügung steht. Falls letztes mal wieder von einem Drittel der Schüler (welches sich vermutlich auf das Drittel der gar nicht erst erschienen Schüler verlassen hat) kein Buch besitzt,  kann die 40-45 minütige Unterrichtsstunde (so genau konnte ich das aufgrund der Abwesenheit eines Klingelzeichens noch nicht ermitteln) auch gerne um 15 Minuten gekürzt werden.

Schulgelände

Kinder bei alltäglicher Morgengymastik 


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